Inhalt/Handlung: La Boheme
13. November 2009 | Von Dorle Knapp-Klatsch | Kategorie: La Boheme, Opernhandlung, Z bis ALa Boheme
Oper in vier Bildern mit Musik von Giacomo Puccini
Szenen aus „Vie de Boheme“ von Henri Murger
Die Oper spielt im Winter um 1830 herum in Paris.
1. Bild
In der eiskalten Mansarde mit den grossen Atelierfenstern frieren der Maler Marcel und der Dichter Rodolfo. Heizmaterial ist keines vorhanden; also machen sie mit Rodolfos Roman-Manuskript ein Feuer.
Colline, der Philosoph, kommt hinzu und hilft mit, die letzten Kapitel zu verheizen. Schaunard, der Musiker und letzter im Freundesquartett, bringt etwas zu spät Holz, Wein und Köstlichkeiten zum Essen, die er von einem reichen Engländer als Lohn bekam.
Mitten in den Festschmaus platzt der Hausbesitzer Benoît und fordert seine Miete. Die vier bitten ihn herein, geben ihm zu trinken und schmeicheln ihm mit seiner Ausstrahlung auf Frauen. Der Hausherr erzählt freiwillig von seinen Seitensprüngen, worauf sie ihn empört rausschmeissen. Mit der Drohung, es seiner Frau zu verraten, hinterlassen sie einen bedröbbelten Schwadroneur und sparen dabei die Miete.
Marcel, Colline und Schaunard gehen mit dem unerwarteten Geldsegen ins Lokal, während Rodolfo zurückbleibt, um noch einen Artikel zu Ende zu schreiben. Gestört wird er dabei von Mimi. Die einsame Blumenstickerin sucht Kontakt und fragt bei Rodolfo an, ob ihr jemand die Kerze wieder anzünden könne – die sie kurz vor seiner Wohnungstür ausgeblasen hat ![]()
Es folgt ein Liebesgeplänkel mit bekannten Arien „Wie eiskalt ist das Händchen“…
Beide tun einiges, um beieinander zu bleiben. Mimi lässt ihren Schlüssel fallen, Rodolfo findet ihn in der Dunkelheit nicht, weil auch er (un)absichtlich seine Kerze ausbläst. So bleibt ihnen nichts weiter übrig, als sich schnell ineinander zu verlieben und die Mansarde miteinander zu teilen.
2. Bild
Später gehen sie durch die Gassen von Paris zum Feiern ins Lokal. Diese Zwischenszenen werden mit viel Musik, Kinderchor, Chor, Spielzeugverkäufer und Lokalkolorit ausgefüllt.
Im Café wird Mimi den Freunden vorgestellt. Später erscheint die schöne Musette mit ihrem betagten, aber steinreichen Liebhaber, dem Staatsrat Alcindoro. Marcel beachtet sie nicht, was sie anstachelt, ein Lied auf ihre Unwiderstehlichkeit zu singen. Damit singt sich Musette wieder in Marcellos Herz. Ihren alten Liebhaber schickt Musette los, um ihren Schuh reparieren zu lassen.
Ehe er zurückkommt, machen sich Rodolfo, Mimi, Marcel, Schaunard, Colline und Musette aus dem Staub. Dem greisen Liebhaber Alcindoro hinterlassen sie die Rechnung für ihr Gelage.
3. Bild
Mimi sucht Rodolfo, der sie am Morgen verlassen hat. Sie findet ihn bei Marcel, der für eine Wirtschaft eine Hausfassade bemalt und für diese Zeit mit Musette in dem Haus auf dem Lande wohnt. Wieder grosse Chorszenen mit Landleuten, Soldaten, Zollwachen, Bäuerinnen. Hier zeigen Regisseure und Ausstatter ihr Bestes.
Mimi klagt Marcel unter Hustenanfällen ihr Leid, denn Rodolfo hat sich als sehr eifersüchtig erwiesen. Jetzt, wo sie ihn gefunden hat, will sie zwar sofort wieder gehen, versteckt sich aber und belauscht heimlich die Auseinandersetzung der beiden Freunde. Rodolfo liebt zwar Mimi immer noch, möchte sich aber von ihr trennen, damit sie sich einen reichen Mann suchen kann. Wegen Mimis Krankheit fühlt er sich schuldig, denn in seiner Mansarde ist es bitterkalt. Wie immer fehlt es an Heizmaterial.
Als Mimi hört, dass er sie vor lauter Sorge um ihre Gesundheit verlassen hat, kommt sie aus ihrem Versteck hervor. Zu Beginn des langen Versöhnungsduettes von Mimi und Rodolfo bemerkt Marcel, dass seine Musette mit den anderen Männern im Haus turtelt. Während Mimi und Rodolfo auf einer Seite der Bühne von Blumen und Vögeln singen, fliegen gleichzeitig auf der anderen Seite der Bühne bei Musette und Marcel die Fetzen. Die Zuschauer bekommen Bruchstücke davon mit:
“Lilien und Rosen” … “Kneipenschildermaler” … “Vöglein zwitschern” … “Schlange du” …”dir gehör’ ich fürs Leben” … “Ich bin doch nicht mit dir verheiratet“ …
4. Bild
Marcel, der Maler, und Rodolfo, der Poet, sitzen zusammen im Atelier. Ihnen geht die Arbeit nicht von der Hand, denn beide leiden an Liebeskummer. Musette und Mimi haben sie seit Monaten nicht gesehen. Als der Musiker Schaunard und der Philosoph Colline dann auch noch mit einem einzigen Salzhering für das gemeinsame Abendessen erscheinen, albern sie herum, statt in Jammer über ihre Armut zu zerfliessen. Sie äffen die feinen Damen beim Tanz nach und duellieren sich wie die feinen Herren – mit Schürhaken und Kohlenschaufel.
In den ausgelassenen Trubel platzt Musette. Sie kündigt Mimi an, die vor Schwäche nicht die Treppe hochkommt. Mimi hat ihren Grafen verlassen, obwohl es ihr immer schlechter ging. Als letztes möchte sie Rodolfo wiedersehen.
Es folgt eine der wohl ergreifendsten und längsten Sterbeszenen der Operngeschichte, für die Taschentücher bereit liegen sollten. Aufwühlende Musik kombiniert mit zu Herzen gehenden Bildern. Musette versetzt ihre Ohrringe, um einen Muff für Mimis kalte Händchen zu besorgen, Marcel kauft ihr Medizin, Colline bringt seinen geliebten Mantel – dessen Taschen schon so viele Philosophenbücher beherbergten – ins Pfandleihhaus und Schaunard geht vor die Tür, damit die Liebenden allein sein können. Trotz der letzten Fürsorge der Freunde stirbt Mimi.
Wenn da am Ende noch ein Auge trocken bleibt, ist mit der Inszenierung etwas schief gelaufen.
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La Bohème / Die Bohème
Oper in vier Bildern
Musik von Giacomo Puccini
Libretto
Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, nach dem Roman (erschienen 1851) „Scènes de la vie de Bohème“ von Henri Murger
Schauspiel „La vie de Bohème“ von Henri Murger und Theodore Barrière wurde 1849 uraufgeführt.
Uraufführung der Oper
1. Februar 1896, Turin (Teatro Regio) unter Arturo Toscanini
Die deutsche Erstaufführung am Deutschen Opernhaus in Berlin dirigierte Ignatz Waghalter
Besetzung:
RODOLFO, Dichter (Tenor)
SCHAUNARD, Musiker (Bariton)
MARCELLO, Maler (Bariton)
COLLINE, Philosoph (Bass)
MIMI (Sopran)
MUSETTA (Mezzosopran)
BENOÎT, Hausherr (Bass)
ALCINDORO, Staatsrat (Bass)
PARPIGNOL (Tenor)
SERGEANT der Zollwache (Bass)
EIN ZÖLLNER (Bass)
CHOR
Studenten, Näherinnen, Bürger, Verkäufer und Verkäuferinnen,
Strassenhändler, Soldaten, Kellner, Knaben, Mädchen, usw.
Ort: Paris
Zeit: um 1830
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