Randolph’s Erben: Bilderbuchbühne wie aus den Anfängen der Brühwürfelwerbung
27. November 2009 | Von Dorle Knapp-Klatsch | Kategorie: Bühnenbild und Kostüme, Randolph’s Erben, Z bis A“Randolph’s Erben” mit Musik von Ruedi Häusermann
Fast jeder hat schon einmal als Kind geträumt, wie die Figuren in seinem Lieblingsbilderbuch lebendig werden. Tiere können sprechen, Stühle laufen, Blumen duften, Straßenbahnen quietschen und Motorräder knattern. So etwas ähnliches passiert in Randolph’s Erben. Hier beginnt der Traum früh morgens, wenn der Tag erwacht und endet spät abends mit der Dunkelheit. Dazwischen liegt ein Arbeitstag in einem Musikinstrumentenladen mit Werkstatt, schallschluckendem Überaum, Seniorchef-Büro-Balkon, Instrumentenlager. Nicht zu vergessen das Toilettenlicht, das verrät, wann Herr Eschmann sich wieder einmal eine Pause gönnt.
Bühnenbild
Die Bühne – Giuseppe Reichmuth, Ruedi Häusermann, Ulrich Schneider – sieht aus wie ein aufgeklapptes Bilderbuch, nur dass das Umblättern entfällt, weil die Seiten übereinander und hintereinander stehen. Eine Werkstatt für Musikinstrumente mit originalgetreuen Werkbänken, darüber ein Verkaufsraum mit einem Schaufenster, durch das der Blick auf eine Strassenschlucht eines Altstadtviertels fällt.
Es beginnt am Morgen, alle treffen ein. Musiker sitzen an Arbeitstischen, die genau so aussehen wie in einer funktionierenden Werkstatt, mit allen möglichen Werkzeugen von der Zwinge bis zum Schleifpapier, denen die Musiker Töne entlocken. Sie spielen nicht nur ihr Instrument, sie feilen, hämmern, sägen im Takt. Die Stimmung – Hektik, aufkommendes Gewitter, Kaffeepause – erzeugen die Musikinstrumente. Ebenso die Geräusche – Auto, Schreibmaschine, ein Vertreter öffnet seinen Koffer…
Kostüme
Wie aus den Anfängen der Brühwürfelwerbung treten die Damen auf mit ihren taillierten Kleidern, Schuhen mit hohen Absätzen, hochgesteckten Frisuren. Aber auch für die Herren fällt der Kostümbildnerin Barbara Maier einiges ein, zum Beispiel die Pepitahose des Cellisten, die hinten mit einem Schrägstoff-Band gleichen Musters durch eine Schnalle enger und weiter gemacht wird.
Details, Details, Details lassen die Augenmenschen jubilieren, obwohl dabei nicht die Musik zu kurz kommt, sondern diese Wanderung noch unterstreicht – hundert kurzweilige Minuten lang.
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Randolph’s Erben
Uraufführung in der Staatsoper Stuttgart
Komposition und Regie Ruedi Häusermann
Bühne Giuseppe Reichmuth, Ruedi Häusermann, Ulrich Schneider
Licht Ulrich Schneider
Kostüme Barbara Maier
Dramaturgie Barbara Tacchini
Schauspieler
Samuel Eschmann, Marie Jung, Hans-Rudolf Twerenbold, Herwig Ursin
Streichquartett
Monika Camenzind Violine
Mario Huter Violine und Viola
Daniel Thomas Viola
Martin Birnstiel Violoncello
Bläserquartett
Nicole Krüger Klarinette und Bassklarinette
Marc Unternährer Tuba
Basil Hubatka Flügelhorn
Lucas A. Rössner Fagott
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Kommt dieses Stück noch einmal?
Es ist immer so schade, wenn neue Stücke in der Versenkung verschwinden, nach so viel Arbeit und Herzblut, das investiert wurde.
Die Bilder lassen auf eine Profiwerkstatt schließen. Das freut mich als Fachmann.