La Boheme mit grossen Opernstars im Kino

15. November 2009 | Von Dorle Knapp-Klatsch | Kategorie: Inszenierung, La Boheme, La Bohème, Z bis A

La Bohème von Giacomo Puccini – Film von Robert Dornhelm

Maler-AtelierAnna Netrebko und Rolando Villazón

Wer sich wegen Anna Netrebko und Rolando Villazón den Film anschaut, kommt voll auf seine Kosten. Anna Netrebko verleiht Mimi durch ihren melodischen Sopran eine gewisse Zartheit, obwohl es mit ihrem Äusseren kollidiert. Sie sieht mit ihrer toupierten Frisur (Maske: Hannelore Uhrmacher, Adolf Uhrmacher), dem extratiefen Dekolletee und den rot, röter, am Rötesten geschminkten Lippen – farblich passend zum roten Samtkleid (Kostüm: Uli Fessler) – ungefähr so aus wie Liz Taylor im Kleopatra-Film. Kein Wunder, dass die Frau so friert und schliesslich an Schwindsucht stirbt!
Rolando Villazon als Rodolfo brilliert  sowohl als grossartiger Sänger als auch imponierender Darsteller. So, wie er die Mimi anschmachtet und sich um ihre Krankheit besorgt zeigt, fliegen ihm alle Frauenherzen zu. Sein Rodolfo verkörpert die selbstlose Liebe eines armen Poeten, der seine Mimi liebt und nur das Beste für sie möchte, selbst wenn sie ihn dafür verlassen wird.

Musik und Orchester:

Alle, die diese Oper wegen der Musik lieben, hören das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der musikalischen Leitung von Bertrand de Billy mit hervorragenden Sängern. Die musikalische Einspielung stammt aus der Aufzeichnung der konzertanten Aufführung von „La Bohème” im April 2007 in der Münchener Philharmonie am Gasteig. Deshalb werden einige Darsteller im Film durch Sänger dieser Aufzeichnung ersetzt.

Typen:

Durch den Film wirbelt der lebenslustige Musiker Schaunard (Adrian Eröd), der von heute auf morgen lebt und immer Glück zu haben glaubt (Gesang: Stéphane Degout).
Der bullige und griesgrämige Colline (Vitalij Kowaljow) verkörpert mit seiner Figur und seinem Bass den schwerfälligen Philosophen. Als er nach Schaunards unverhofftem Geldsegen sogar zum Friseur gehen kann, entlockt er seinem zivilisierten Spiegelbild so etwas wie ein zaghaftes Lächeln. Leider lässt seine Wirkung trotz der Frisur bei Frauen zu wünschen übrig. Sie laufen vor seinen Plattheiten davon.
Stürmisch zeigen sich Marcel (George von Bergen), der eifersüchtige Maler (Gesang: Boaz Daniel) – der seine Musetta liebt, aber es auf keinen Fall zeigen will – und die verführerische Musetta (Nicole Cabell) mit ihrem starken Sopran und der erotischen Ausstrahlung. Wenn Marcel im Café so tut, als sähe er sie nicht, bringt er Musetta zum Rasen. Erheiternd die Szenen, wie er sich abwendet und schmollt. Auf sein theatralisches: „Bindet mich fest!“ springen die Freunde auf, binden ihn mit einem Schal an den Stuhl und tanzen um ihn herum. Diese burlesken Eifersuchts- und Versöhnungsszenen von Musetta und Marcel sind mit der Musik zusammen so selbstverständlich, dass man es sich gar nicht mehr anders vorstellen kann.

Fazit:

Alles in Allem ist dieser Film ein Opernerlebnis der besonderen Art, wobei es immer auf die Klangqualität des Kinos ankommt.
In dieser Hinsicht hatte ich Glück.
Dafür hörte ich überdeutlich das Popcorntütengeknister und die Kommentare der “Opernkenner”.

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Inhalt/Handlung: La Boheme

Weiterlesen> Bühnenbild und Kostüme in diesem Film:    La Boheme – Arme Künstler im idyllischen Paris

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“LA BOHÈME” – Film VON ROBERT DORNHELM

Produktion: MR-Film, Unitel
Produzenten: Kurt J. Mrkwicka, Jan Mojto
Key Executive Producer: Andreas Kamm
Executive Producer: Catharina Mojto
Co-Executive Producer: Oliver Auspitz
Produktionsleitung: Christian Wolf
Regie und Drehbuch: Robert Dornhelm
DOP: Walter Kindler
Camera Operator: Stephan Mussil, Stefan Biebl
Oberbeleuchter: Kurt Jancik
Ton: Thomas Schmidt-Gentner
Kostüme: Ulli Fessler
Maske: Hannelore Uhrmacher, Adolf Uhrmacher
Szenenbild: Florian Reichmann
Schnitt: Ingrid Koller

Darsteller: Anna Netrebko, Rolando Villazón, Nicole Cabell, George von Bergen, Adrian Eröd, Vitalij Kowaljow, Tiziano Bracci, Ernst-Dieter Suttheimer, Ioan Holender, Konrad Huber, Mario Steller, Nick von der Nahmer, Bertrand de Billy

Drehzeit:  Februar 2008
Drehorte: Wien

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Artikel zu La Boheme

La Boheme – Arme Künstler im idyllischen Paris

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Inhalt/Handlung: La Boheme

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3 Kommentare auf "La Boheme mit grossen Opernstars im Kino"

  1. Neustart sagt:

    Ich war noch nie in einer Oper, weil mich das affige Gehabe stört. Allerdings liebe ich Musik. In diesem Film kam eine Opernmusik mit den Sängern in einer Größe und Klarheit, wie ich sie wohl in keiner Oper erlebt hätte. diese Oper kann ich jedem Opernfan empfehlen, der in den Pausen nicht mit dem Bildungspublikum herumschlagen möchte, das an allem etwas auszusetzen hat.

  2. [...] Opernneulinge:
    Empfehlen kann ich diesen Film auch denjenigen, die einmal in eine Oper hineinschnuppern möchten, ohne sich der Prozedur eines Opernbesuchs unterziehen zu müssen. [...]

  3. [...] Es folgt eine der wohl ergreifendsten und längsten Sterbeszenen der Operngeschichte, für die Taschentücher bereit liegen sollten… [...]

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