Teseo: Drei Soprane, drei Countertenöre – welch ein Erlebnis!
1. November 2009 | Von Dorle Knapp-Klatsch | Kategorie: Inszenierung, Teseo, Z bis ATeseo
von Georg Friedrich Händel in der Stuttgarter Staatsoper
Über Teseo Franco Fagioli hörte ich in einem Gespräch zwischen Musikern: „…der singt die Partie besser als jede Frau!“ Das kann ich nicht beurteilen, denn mir fehlt der Vergleich. Mir klingen die vibratoärmeren Stimmen von Kai Wessel als König Egeo und Arcane Matthias Rexroth angenehmer im Ohr.
Interessant hören sich die unterschiedlichen Farbnuancen der Stimmen an, jede unterscheidet sich deutlich von den anderen, obwohl es die gleiche Stimmlage ist. Die Countertenöre singen stimmsicher in hohen Lagen und Tönen. Sie liegen zwar im gleichen Tonbereich, sind aber doch als männliche Stimmen zu erkennen – einfach kräftiger.
Agilea Jutta Böhnert und Clizia Olga Polyakova, beides reine Soprane, die deutlich als Frauenstimmen zu erkennen sind. Insofern harmonieren nicht nur die die Stimmlage und das Geschlecht, sondern die , die ja eindeutig von Liebesbeziehungen dreier Paare handelt.
Eine Sonderstellung in dieser Inszenierung nehmen Helene Schneiderman und Stella Doufexis als Medea ein. Beide souverän in ihrer Rolle, beide geben eine eigene Interpretation dieser Figur. Mit Stimme, Mimik und Gestik verkörpert Helene Schneiderman die Bösartigkeit und Rachsucht in Person. Ihre Medea lässt mit einem Wimpernschlag die Milch sauer werden. Mit ihrem Auftritt beherrscht sie die Bühne. Ebenso Stella Doufexis, die ihr musikalisch in nichts nachsteht. Ihre Medea allerdings erinnert eher eine beleidigte Diva, die es gewohnt ist, mit einem Fingerschnipsen alles zu bekommen, was sie will. Widersetzt sich jemand, wird sie biestig – und wie!
Mein Tipp: Unbedingt die Vorstellung besuchen!
Wann kommt für Ohrenmenschen schon wieder die Gelegenheit, diese aussergewöhnliche Besetzung life zu hören. Liebhaber von Barockmusik geniessen die klangschön gespielten Solostellen von Fagott und Oboe, sowie zwei Blockflöten, die die Sopran-Cadenzen ergänzen und auszieren. In dieser Instrumentierung des Basso Continuo spielen zwei Cembali, Cello und Laute.
Augenmenschen, denen Darstellung, Bühne und Ausstattung genau so wichtig sind, erleben eine lebendige Inszenierung in immer neuen Kulissen.
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Inhalt/Handlung: Teseo
Teseo von Georg Friedrich Händel
Staatsoper Stuttgart
Musikalische Leitung Konrad Junghänel
Regie Igor Bauersima
Bühne Igor Bauersima
Kostüme Johanna Lakner
Choreographie Demis Volpi
Dramaturgie Angela Beuerle
Besetzung:
Teseo Franco Fagioli
Agilea Jutta Böhnert
Medea Helene Schneiderman / Stella Doufexis
König Egeo Kai Wessel
Clizia Olga Polyakova
Arcane Matthias Rexroth
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Bühnenbild und Kostüme: Medea im Kapuzen-Cape zwischen vibrierenden Industriefassaden
Sänger und Inszenierung: Drei Soprane, drei Countertenöre – welch ein Erlebnis!
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Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde Countertenöre total unmännlich!
Super Blog, nun werde ich noch öfters kommen.
Vielen Dank für den bombastischen Beitrag. Ich war letzte Woche bereits einmal auf dem Blog hier. Mal sehen, unter umständen weist mich die große Suchmaschine ja noch einmal hier zu dir.
[...] Teseo liebt Agilea, die auch ihn liebt. Clizia liebt Arcane, die jedoch immer wieder versucht, ihn eifersüchtig zu machen – was ihr hervorragend gelingt… [...]
[...] Der weit gereiste Teseo Franco Fagioli darf sich leger geben im Seemannspullover, aber Hose mit Bügelfalten. Arcane Matthias Rexroth weist sich durch die hohen Stiefel und den Mantel mit Pelzbesatz… [...]